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Impfen: Wichtiges Wissen!


Warum ist Impfen wichtig? Wogegen sollten Ihre Kinder geimpft sein?
Was müssen Erwachsene beachten? Wieso schützt die Impfung des Einzelnen die gesamte Gesellschaft?

Das ist nur eine kleine Auswahl der wichtigsten Fragen zum Impfen, auf die Sie nachfolgend Antworten erhalten. 

 

Grundsätzliches zum Impfen

  1. Warum empfiehlt die KV Hessen, sich impfen zu lassen? mehr>>
  2. Welchen Nutzen haben Impfungen? Warum sind Impfungen wichtig? mehr>>
  3. Was passiert beim Impfen im Körper? mehr>>
  4. Welche Impfungen empfiehlt die KV Hessen? mehr>>
  5. Wer soll sich impfen lassen? mehr>>

Sicherheit von Impfungen

  1. Wie sicher sind Impfungen? mehr>>
  2. Welche Nebenwirkungen können auftreten? mehr>>
  3. Was sagt die KV Hessen zur Diskussion um mögliche Langzeitschäden durchs Impfen? mehr>>

Impfen für Erwachsene

  1. Welche Impfungen empfiehlt die KV Hessen erwachsenen Menschen? mehr>>
  2. Warum und wann kann Impfmüdigkeit zum Risiko werden? mehr>>
  3. Wo können sich Erwachsene impfen lassen? mehr>>

Impfen für Kinder und Jugendliche

  1. Welche Impfungen empfiehlt die KV Hessen für Kinder und Jugendliche? mehr>>
  2. Warum ist es besonders wichtig, dass Kinder geimpft werden? mehr>>
  3. Können Impfungen bleibende Schäden bei Kindern verursachen? mehr>>
  4. Welche Nebenwirkungen können auftreten? mehr>>

 

Grundsätzliches zum Impfen

Warum empfiehlt die KV Hessen, sich impfen zu lassen?

Impfungen sind eine der großen "Erfolgsgeschichten" moderner Medizin - und die wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung gefährlicher Infektionskrankheiten. Nichts bietet einen derart umfassenden Schutz, beispielsweise vor Masern, Kinderlähmung oder Tetanus, wie eine Impfung. Daher rät die KV Hessen zu allen Impfungen, die von der ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen werden.

Welchen Nutzen haben Impfungen? Warum sind Impfungen wichtig?

 

Eine Schutzimpfung stärkt und trainiert unser Immunsystem. Der Impfstoff lässt sich in etwa mit einem harmlosen Sparringspartner für das menschliche Abwehrsystem vergleichen, der unseren Körper auf den Ernstfall einer echten Infektion vorbereitet. Dadurch erhalten wir sozusagen den eingeimpften Trainingsvorsprung, der uns die "echte Schlacht" gegen den Erreger gewinnen lässt - und zwar noch bevor die Krankheit ausbrechen kann. Ein konkretes Beispiel: Die Impfung vor Kinderlähmung (Polio) bietet also einen Schutz vor Ausbruch dieser Erkrankung. Dieser Schutz ist nicht nur für den Einzelnen wichtig, sondern für die gesamte Gesellschaft. Warum? Wenn mehr als 95% der Menschen gegen einen Erreger geimpft sind, besteht die Möglichkeit der Ausrottung einer Krankheit! Das nennt man "Herdeneffekt": Der Virus kann sich nicht mehr ausbreiten, also sind auch die Ungeimpften "geschützt". Kennen Sie jemanden, der an Pocken leidet? Nein? Es gibt auch niemandem mehr hierzulande, denn die umfassende Impfung der Bevölkerung hat zur Eliminierung dieser Erreger geführt. Pocken sind de facto ausgestorben, sie wurden "weggeimpft" - und das weltweit. Die nächste Krankheit, der der globale Garaus gemacht werden soll, ist die Kinderlähmung. Und die Weltgemeinschaft ist auf einem guten Weg: Amerika und Europa gelten als poliofrei, nur in einigen Ländern in Afrika und Asien tritt die Kinderlähmung (leider) noch immer auf.

Was passiert beim Impfen im Körper?

Kurz gesagt: Unser Körper trainiert beim Impfen für den Ernstfall "echte Infektion" - und ist dann in der Lage, aufgrund des Trainingsvorsprungs den Erreger so schnell zu töten, das die Erkrankung nicht ausbricht.


Impf-Grafik als PDF-Datei

Impfprinzip-WEB

 

Welche Impfungen empfiehlt die KV Hessen?

Die KV Hessen rät uneingeschränkt zu allen 20 Impfungen, die von der Ständigen Impfkommission (StIKo) empfohlen werden. Eine Übersicht der Empfehlungen finden Sie hier.

Wer soll sich impfen lassen?

 

"Impfen ist nur was für Kinder." Das ist Quatsch. Richtig hingegen ist: Es gibt Impfungen für Kleinkinder und Kinder - aber auch für Jugendliche, Erwachsene und Senioren.

 

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Sicherheit von Impfungen

Wie sicher sind Impfungen?

 


Impfstoffe sind heute so sicher wie nie. Und das Impfen ist eine sichere Maßnahme zum Schutz vor schwerwiegenden Erkrankungen. Impfungen beanspruchen das Immunsystem weniger, als beispielsweise ein Kuss der Mutter oder ein Spielzeug, das vom Boden in den Kindermund gelangt. Und im Vergleich zum Ausbruch der oft gefährlich verlaufenden Infektionskrankheiten, sind die Nebenwirkungen der Impfung als mild bis moderat zu bezeichnen.

 

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

 

Heutige Impfstoffe sind gut verträglich. Eine Impfung kann zu merkbaren, aber harmlosen Nebenwirkungen wie Rötungen, Schwellungen oder manchmal auch leichtem Fieber führen. Das ist ganz normal. Diese Erscheinungen verschwinden in der Regel nach spätestens zwei bis drei Tagen wieder.

 

Was sagt die KV Hessen zur Diskussion um mögliche Langzeit­schäden durchs Impfen?

 

Von Langzeitschäden, die in zeitlichem Zusammenhang mit Impfungen aufgetreten sind, wird zwar vereinzelt immer wieder berichtet. Es liegt jedoch bislang kein wissenschaftlicher Beweis vor, dass Impfen die Ursache oder Auslöser dieser Schäden ist. Ganz im Gegenteil: So wurde beispielsweise die ausufernde, unwissenschaftliche Diskussion um den Wirkverstärker Squalen als Auslöser des "Golf-Kriegs-Syndrom" seitens des  Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) mit harten wissenschaftlichen Fakten widerlegt. Die PEI-Forscher erklärten: Der Grippeimpfstoff Pandemrix, der einen squalenhaltigen Wirkverstärker enthält, wurde "inzwischen in klinischen Studien bereits bei mehr als 30.000 Probanden eingesetzt, ohne dass es auffällige Nebenwirkungen gegeben hätte." Auch die WHO sieht keinen Zusammenhang zwischen Langzeitschäden und Squalen.

Weiter gibt es keine Studie, die das weit verbreitete Gerücht belegt, dass mehr Impfungen und auch zu mehr Allergien führen. Die Erfahrung zeigt genau das Gegenteil: In der ehemaligen DDR, wo eine gesetzliche Impfpflicht bestand und die Mehrzahl der Kinder geimpft wurden, gab es kaum Allergien. Das änderte sich erst nach der Wende: Die Impfrate sank und die Allergien nahmen zu.

Und jüngst entlarvte der Abschlussbericht der Standesorganisation britischer Ärzte den Mythos "Autismus durch Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR)" als unwahr. Daraufhin hat das wichtige Medizinjournal The Lancet die "unlautere" Studie, die dieses Gerücht in die Welt setzte, zurück gezogen. Bereits zuvor unterzogen das amerikanische Institute of Medicine und die hoch angesehene Cochrane Collaboration 31 Studien einer wissenschaftlichen Analyse. Ihr Fazit: Es besteht keine Verbindung zwischen der MMR-Impfung und Autismus. 

Statt spekulativer Langzeitschäden bieten Impfungen einen belegten Langzeitschutz vor der entsprechenden Erkrankung!

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Impfen für Erwachsene

Welche Impfungen empfiehlt die KV Hessen erwachsenen Menschen?

 


Die KV Hessen empfiehlt, mindestens alle zehn Jahre den Impfstatus mit dem Hausarzt zu besprechen. Der Hausarzt entscheidet individuell, welche Impfung notwendig ist. Wichtig sind beispielsweise die Auffrischimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Kinderlähmung. Darüber hinaus können zahlreiche Impfungen sinnvoll sein, unter anderem gegen FSME ("Zeckenbiss"), Tollwut, Hepatitis ("Gelbsucht") oder Typhus sowie - je nach Gesundheitsstatus - gegen Influenza (Grippe). Weiter kommen spezielle Reiseimpfungen wie Gelbfieber oder Japanische Enzephalitis in Betracht. Auch "verpasste" Impfungen gegen Kinderkrankheiten können als Erwachsene nachgeholt werden, z. B. die Masern- oder Windpockenimpfung. Tipp: Suchen Sie Ihren gelben Impfpass heraus und bringen Sie ihn beim nächsten Arztbesuch mit!

 

 

Warum und wann kann Impfmüdigkeit zum Risiko werden?

 

Generell gilt: Je höher der Impfstatus der gesamten Bevölkerung, desto höher der Schutz für alle Einwohner. Daher geht die Impfmüdigkeit Einzelner letztlich auf Kosten der Gesellschaft. Denn sind mehr als 95% gegen eine Krankheit geimpft, kommt es zum so genannten "Herdeneffekt", der auch Ungeimpfte schützt und zur Ausrottung des Virus führen kann. Für den Einzelnen kann die Impfmüdigkeit dann gesundheitsgefährdend werden, wenn beispielsweise die wichtigen Auffrischimpfungen gegen Tetanus und Diphtherie vergessen werden oder vor Reisen in Risikogebiete die empfohlenen Impfungen fehlen. Auch wenn Sie in Regionen mit Tollwutgefahr oder hohem Zeckenvorkommen leben, sollten Sie die Ansteckungsgefahr nicht ungeimpft auf sich zukommen lassen. Denn ohne FSME-Schutzimpfung kann es zur lebensbedrohlichen Hirnhautentzündung kommen. Geimpft jedoch, verläuft ein infektiöser Zeckenbiss meist glimpflich!

Wo können sich Erwachsene impfen lassen?

Prinzipiell übernehmen alle Ärzte in Hessen die wichtigsten Impfungen. Sprechen Sie daher am besten mit dem Arzt Ihres Vertrauens über Ihren Impfstatus, Ihre Lebensumstände und Ihre Reisepläne. So können sie Ihren Impfplan gemeinsam und individuell "maßschneidern".

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Impfen für Kinder und Jugendliche

Welche Impfungen empfiehlt die KV Hessen für Kinder und Jugendliche?

 


Die KV Hessen rät zu allen Impfungen für Heranwachsende, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts empfohlen werden. Einen Impfkalender mit allen wichtigen Impfungen finden Sie hier. Kleinkinder sollten frühestmöglich bis zum 14. Lebensmonat mit nur einer Spritze vor den folgenden sechs gefährlichen Infektionskrankheiten geschützt werden: Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, "Hib", Polio, Hepatitis B. Zusätzlich empfiehlt die STIKO gegen Pneumokokken zu impfen. Zwischen dem 11. und 14. Monat impft man mit der 4-in-1-Spritze und nur einem Pieks gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken - eine Zweitimpfung dieses Quartetts bis Ende des zweiten Lebensjahres vervollständigt den Impfschutz. Alle genannten Impfungen im Kleinkindalter dienen der sogenannten "Grundimmunisierung". Dazu gehört auch die Meningokokkenimpfung ab dem ersten Lebensjahr. Über alle weiteren Impfungen berät Sie jederzeit Ihr hessischer Haus- und Kinderarzt.

Zusätzlich kommt für junge Mädchen (idealerweise) vor der sexuell aktiven Phase die HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs in Betracht. Sprechen Sie diesbezüglich beim nächsten Besuch einfach Ihren Frauen- oder Kinderarzt an.

Warum ist es besonders wichtig, dass Kinder geimpft werden?

 

"Kinderkrankheiten" - der Begriff klingt zwar harmlos, aber die Auswirkungen von Masern, Kinderlähmung & Co. sind alles andere als das. Die Folgeschäden zahlreicher Infektionskrankheiten können gravierend und lebenslang sein: Hirnschäden (Masern), Lähmungen (Polio) und Unfruchtbarkeit (Mumps) sind einige davon. Weniger gefährlich, aber ästhetisch störend, sind beispielsweise tiefe Narben durch aufgekratzte Windpocken. Jede Impfung schützt, aber jede Krankheit kann schaden!

Können Impfungen bleibende Schäden bei Kindern verursachen?

 

Bislang existieren keine gesicherten Beweise, dass Impfungen schwerwiegende Nebenwirkungen und bleibende Schäden auslösen. Fehlt dem Kind allerdings der bewährte Impfschutz, kann ihm genau das schaden. Denn Impfungen bieten einen wirksamen Schutz vor gefährlichen Dauerschäden als Folge der ausgebrochenen Infektionskrankheiten (siehe dazu auch die Frage zuvor ). Hingegen sind die Nebenwirkungen beim Impfen meist moderat und nur von kurzer Dauer.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

 

Heutige Impfstoffe sind gut verträglich. Eine Impfung kann zu merkbaren, aber harmlosen Nebenwirkungen wie Rötungen, Schwellungen oder manchmal auch leichtem Fieber führen. Diese Erscheinungen verschwinden in der Regel nach spätestens zwei bis drei Tagen wieder.

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02.09.2010
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