Wiesbaden, 20. April 2010 - "Hessen impft!": Unter diesem Motto hat die KV Hessen heute in Wiesbaden eine Impfkampagne gestartet. "Hessen impft!" hat das Ziel, das Vertrauen in diese sinnvolle Präventionsmaßnahme wiederherzustellen und den allgemeinen Impfstatus in der hessischen Bevölkerung zu verbessern. "Impfen ist der beste Schutz gegen viele, auch neue Infektionskrankheiten und notwendig um das erneute Auftreten alter Seuchen zu vermeiden. Eine nachlassende Impfbereitschaft ist gefährlich, die dadurch wachsende Impflücke muss geschlossen werden", lautete die Forderung des hessischen Gesundheitsministers Jürgen Banzer, der die Kampagne "Hessen impft!" unterstützt. "Impfen stellt die effektivste und kostengünstigste Präventionsmaßnahme in der modernen Medizin dar. Leider müssen wir auch in Hessen eine Impfmüdigkeit beobachten, die zur Folge hat, dass vermeidbare Erkrankungen immer wieder Einzug erhalten", bemängeln die Vorstandsvorsitzenden der KVH, Dr. med. Margita Bert und Dr. med. Gerd W. Zimmermann bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der Kampagne.
Mit "Hessen impft!" will die KV Hessen den Arzt bei einer fundierten Aufklärungsarbeit unterstützen und die Bedeutung von Impfungen bewusst machen, damit beim hessischen Bürger das Vertrauen in diese sinnvolle Präventionsmaßnahme gestärkt wird. Professor Theo Dingermann, Pharmazeut der Universität Frankfurt, empfiehlt einen umfassenden Impfschutz, "weil Impfen die sicherste und sinnvollste Schutzmaßnahme vor Infektionskrankheiten ist."
Nutzen von Impfungen ins Bewusstsein rücken
Dank eines modernen Impfmanagements sind Pocken nur noch aus den Geschichtsbüchern bekannt. Auch die Tatsache, dass Keuchhusten, Diphtherie und Scharlach jährlich noch 65.000 Kindern das Leben kosteten, gehört seit über 100 Jahren längst der Vergangenheit an. Doch ein unzureichender Impfstatus bei der Bevölkerung legt den Schluss nahe, dass die Gefährlichkeit von Infektionskrankheiten und die Bedeutung von Schutzimpfungen aus dem Blickfeld der Bevölkerung verschwinden. Denn ein unvollständiger Impfschutz ist vor allem bei der empfohlenen Zweitimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln, bei Auffrischungsimpfungen etwa gegen Diphtherie und Tetanus, sowie bei relativ neu eingeführten Impfungen wie gegen Hepatitis B zu verzeichnen. "Wer seine Antikörper nicht durch Auffrischungsimpfungen stabil hält, läuft Gefahr, an Mumps, Masern und Co. zu erkranken", so Professor Dingermann, für den weiter generell gilt: "Je besser der Impfstatus, desto größer der Schutz vor Infektionskrankheiten, nicht nur für den einzelnen, sondern auch für die gesamte Bevölkerung". Daher fordert Dr. Zimmermann, "dass Impfdefizite im Praxisalltag zur Sprache gebracht werden müssen! Durch eine fundierte Beratung hat der Arzt die Möglichkeit, den Nutzen von Impfungen zu verdeutlichen und Vorbehalte in Bezug auf längst entlarvte Medizinlegenden auszuräumen."
KV Hessen bietet umfangreiche Informationen für Arzt und Bürger
Ob für Arzt oder Bürger - die Inhalte der Homepage www.hessen-impft.de bieten eine übersichtliche Informationsquelle aller grundlegenden Fragen rund um das Thema Impfen: Wann soll ich mein Kind impfen lassen? Wie sicher sind Impfungen? Neben diesen und weiteren Fragen sowie den aktuellen STIKO-Empfehlungen runden spezielle Angebote für Ärzte, beispielsweise ein Abreißblock mit den wichtigsten Argumenten pro Impfen, das Serviceangebot der KV Hessen ab. "Mit diesem umfassenden Angebot möchten wir die allgemeine Impfverunsicherung auflösen und das Vertrauen der Bürger ins Impfen als sinnvolle und sichere Schutzmaßnahme wieder zurückgewinnen", stellt Dr. Bert heraus. "Nur eine fundierte wissenschaftliche Patientenaufklärung lässt uns dem Ziel näherkommen, die Impfbereitschaft in der Bevölkerung auf einen Wert zu erhöhen, der die Ausbreitung von Infektionskrankheiten weitgehend verhindert."