Welche Patienten soll ich impfen? Wann werden Erwachsene geimpft, wann Kinder & Jugendliche? Wie entgegne ich Impfgegnern?
Das sind nur einige der wichtigsten Grundsatzfragen zum Impfen, die wir Ihnen nachfolgend zusammengestellt haben:
|
Warum sollten Sie Ihren Patienten aktiv empfehlen, sich impfen zu lassen? |
Insbesondere die Impfungen gegen die vermeintlich "harmlosen" Kinderkrankheiten sollten nicht versäumt werden. Ihre KVH steht voll hinter den Empfehlungen der STIKO. |
|
Impfen kann mit gutem Gewissen als eine sichere Maßnahme zur Prophylaxe von Infektionskrankheiten bezeichnet werden. Das Risiko, einen dauerhaften Impfschaden davon zu tragen, ist im Vergleich zu bleibenden Schäden durch die entsprechende Krankheit als verschwindend gering zu bezeichnen. |
|
|
Gibt es belastbare Argumente (Vorbehalte) GEGEN das Impfen, die Sie kennen sollten? |
Ihrer KVH liegen keine validen Studienergebnisse vor, die belastbare Argumente gegen das Impfen liefern. Impfen ist sinnvoll und sicher. Alle uns bekannten "das Impfen verunglimpfende Horrorgeschichten" basieren auf den üblichen Zutaten aller Gerüchteküchen: Falsche oder (bewusst) falsch interpretierte Daten werden durch persönlich geprägte Ansichten inhaltlich "geformt" und erscheinen durch das stete Weitererzählen ideologisch Gleichgesinnter immer realer. Das ändert aber nichts daran: Es gibt keine Studien, die kausale Zusammenhänge zwischen Impfen und gerne diskutierten "Impffolgen" wie Autismus oder Asthma belegen. Derzeit muss man klar sagen: Diese verunglimpfenden Geschichten gehören ins Reich der Fabel. Konkrete Beispiele: Ihr Fazit: Es besteht keine Verbindung zwischen der MMR-Impfung und Autismus. |
|
Wie erklären Sie Ihren Patienten das grundsätzliche Impfprinzip einfach und verständlich? |
Impfen ist das beste Training für unser Immunsystem: Schwacher Gegner aber volle Kenntnis seiner "Stärken", sprich seiner spezifischen Oberfläche zum späteren Wiedererkennen. Unser Immungedächtnis merkt sich durch das Impfen den "alten Bekannten" neuen Erreger und ist für die echte Invasion gewappnet. Die Krankheit ist besiegt, bevor sie überhaupt ausbrechen kann. Als Beispiel: Warum gibt es hierzulande keine Fälle mehr von Pocken? Das haben wir der hohen Impfquote zu verdanken! Hier finden Sie eine leicht verständliche Grafik zum Impfprinzip als PDF. |
|
Welche Impfungen |
Die KVH rät uneingeschränkt zu allen Grundimmunisierungen, Zweit- und Auffrischimpfungen gemäß Empfehlung der Ständigen Impfkommission des Robert Koch-Instituts. Den Impfkalender finden Sie hier. |
|
Warum sind nicht nur die Erst- sondern auch die Zweitimpfungen für Kinder und Jugendliche so wichtig? |
Nur Erst- und Zweitimpfungen sorgen für den ausreichenden Schutz der Grundimmunsierung. Kinderärzte sollten daher genau darauf achten, dass Eltern mit ihren Kleinkindern rechtzeitig den/die erforderlichen Zweitimpfunsgtermine/n wahrnehmen. Im Impfkalender finden Sie eine schnelle Übersicht aller empfohlenen Erst- und Zweitimpfungen sowie der Auffrischungsimpfungen. |
|
Können durch Impfungen möglicherweise unerwünschte Nebenwirkungen beim Kind auftreten? |
Heutige Impfstoffe sind gut verträglich. Eine Impfung kann zu merkbaren, aber harmlosen Nebenwirkungen wie Rötungen, Schwellungen oder manchmal auch leichtem Fieber führen. Diese Erscheinungen verschwinden in der Regel nach spätestens zwei bis drei Tagen wieder. |
|
Sollten alle Kinder mit allen empfohlenen Impfungen geschützt werden oder ist eine individuelle Betrachtung jedes einzelnen Kindes zu bevorzugen? |
Grundsätzlich gelten die Impfempfehlungen der KVH basierend auf den Angaben der STIKO für alle Kinder. Jeder Pädiater sollte jedoch vorher im persönlichen Gespräch mit den Eltern deren Einstellung zum Impfen in Erfahrung bringen. Bei einer partiell ablehnenden Haltung der Erziehungsberechtigten lohnt sich die beispielhafte Darstellung der Sinnhaftigkeit des Impfens anhand von Pocken oder Kinderlähmung: Impfen ist der sicherste Schutz des Kindes vor gefährlichen Krankheiten, die aufgrund der hohen Impfrate teilweise als ausgerottet gelten! Oft wird nicht das Impfprinzip an sich in Frage gestellt, sondern aufgrund eines diffusen Halbwissens geschürt von Ängsten lehnen diese Eltern nur gewisse Impfungen ab. Die Impfung gegen Tetanus aber stellt fast niemand in Frage. Daher dient diese Krankheit als "Überzeugungsbeispiel", denn alle Impfungen wirken via gleichem Prinzip. |