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FAQs: Fragen und Antworten

 

Welche Patienten soll ich impfen? Wann werden Erwachsene geimpft, wann Kinder & Jugendliche? Wie entgegne ich Impfgegnern?
Das sind nur einige der wichtig
sten Grundsatzfragen zum Impfen, die wir Ihnen nachfolgend zusammengestellt haben: 

 

Allgemeine Fragen:

  1. Warum sollten Sie Ihren Patienten aktiv empfehlen, sich impfen zu lassen? mehr>>
  2. Wie sicher sind Impfungen? mehr>>
  3. Gibt es belastbare Argumente (Vorbehalte) GEGEN das Impfen, die Sie kennen sollten? mehr>>
  4. Wie erklären Sie Ihren Patienten das grundsätzliche Impfprinzip einfach und verständlich? mehr>>


Wichtige Fragen für APIs:

  1. Welche Impfungen sollten Sie Ihren erwachsenen Patienten aktiv empfehlen? mehr>>
  2. Welche Impfungen empfiehlt die KVH, wenn der erwachsene Patient weder seinen Impfpass vorlegen noch sich an irgendeine Impfung erinnern kann? mehr>>
  3. Benötigen junge Erwachsene (20-40) und Menschen mittleren Alters (40-60) andere Impfungen als Senioren (60+)? mehr>>
  4. Wieso sind Auffrischimpfungen beispielsweise gegen Tetanus und Diphtherie wichtig? mehr>>

Wichtige Fragen für Gynäkologen:

  1. Welche Impfungen sollten Frauenärzte ihren jugendlichen Patientinnen aktiv empfehlen? Und welche für erwachsene Frauen? mehr>>
  2. Wie wirkt die HPV-Impfung? Und wie sicher ist die "erste Impfung gegen Krebs"? mehr>>
  3. Gibt es inzwischen verlässliche Daten über den Nutzen dieser Impfung? mehr>>
  4. Soll der Freund der Tochter am besten direkt mit gegen HPV geimpft werden? mehr>>

Wichtige Fragen für Pädiater:

  1. Welche Impfungen sollten Sie den Eltern für ihre Säuglinge/Kleinkinder wann empfehlen? mehr>>
  2. Warum sind nicht nur die Erst- sondern auch die Zweitimpfungen für Kinder und Jugendliche so wichtig? mehr>>
  3. Können durch Impfungen möglicherweise unerwünschte Nebenwirkungen beim Kind auftreten? mehr>>
  4. Sollten alle Kinder mit allen empfohlenen Impfungen geschützt werden oder ist eine individuelle Betrachtung jedes einzelnen Kindes zu bevorzugen? mehr>>

 

Allgemeine Fragen:

Warum sollten Sie Ihren Patienten aktiv empfehlen, sich impfen zu lassen?


Impfen bietet den größtmöglichen Schutz gegen schwere, nicht therapierbare Infektionskrankheiten. Impfen hat darüber hinaus eine nicht zu unterschätzende, "altruistische Komponente" - denn eine Impfung schützt nicht nur den Einzelnen, sondern durch hohe Impfraten und den "Herdeneffekt" auch die gesamte Gesellschaft!

Insbesondere die Impfungen gegen die vermeintlich "harmlosen" Kinderkrankheiten sollten nicht versäumt werden. Ihre KVH steht voll hinter den Empfehlungen der STIKO.

Wie sicher sind Impfungen?

Impfen kann mit gutem Gewissen als eine sichere Maßnahme zur Prophylaxe von Infektionskrankheiten bezeichnet werden. Das Risiko, einen dauerhaften Impfschaden davon zu tragen, ist im Vergleich zu bleibenden Schäden durch die entsprechende Krankheit als verschwindend gering zu bezeichnen.

Gibt es belastbare Argumente (Vorbehalte) GEGEN das Impfen, die Sie kennen sollten?

Ihrer KVH liegen keine validen Studienergebnisse vor, die belastbare Argumente gegen das Impfen liefern. Impfen ist sinnvoll und sicher. Alle uns bekannten "das Impfen verunglimpfende Horrorgeschichten" basieren auf den üblichen Zutaten aller Gerüchteküchen: Falsche oder (bewusst) falsch interpretierte Daten werden durch persönlich geprägte Ansichten inhaltlich "geformt" und erscheinen durch das stete Weitererzählen ideologisch Gleichgesinnter immer realer. Das ändert aber nichts daran: Es gibt keine Studien, die kausale Zusammenhänge zwischen Impfen und gerne diskutierten "Impffolgen" wie Autismus oder Asthma belegen. Derzeit muss man klar sagen: Diese verunglimpfenden Geschichten gehören ins Reich der Fabel.

Konkrete Beispiele:

Die ausufernde, unwissenschaftliche Diskussion um den Wirkverstärker Squalen als Auslöser des "Golf-Kriegs-Syndrom" wurde seitens des  Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) mit harten wissenschaftlichen Fakten widerlegt. Die PEI-Forscher erklärten: Der Grippeimpfstoff Pandemrix, der einen squalenhaltigen Wirkverstärker enthält, wurde "inzwischen in klinischen Studien bereits bei mehr als 30.000 Probanden eingesetzt, ohne dass es auffällige Nebenwirkungen gegeben hätte." Auch die WHO sieht keinen Zusammenhang zwischen Langzeitschäden und Squalen.

Weiter gibt es keine Studie, die das weit verbreitete Gerücht belegt, dass mehr Impfungen und auch zu mehr Allergien führen. Die Erfahrung zeigt genau das Gegenteil: In der ehemaligen DDR, wo eine gesetzliche Impfpflicht bestand und die Mehrzahl der Kinder geimpft wurden, gab es kaum Allergien. Das änderte sich erst nach der Wende: Die Impfrate sank und die Allergien nahmen zu.

Und jüngst entlarvte der Abschlussbericht der General Medical Council, die Standesorganisation britischer Ärzte, den Wakefield-Mythos "Autismus durch Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR)" als unwahr. Daraufhin hat The Lancet die inkriminierte und unlautere  Studie, die dieses Gerücht in die Welt setzte, zurück gezogen. Bereits zuvor unterzogen das amerikanische Institute of Medicine und die  Cochrane Collaboration 31 Studien einer wissenschaftlichen Analyse.

Ihr Fazit: Es besteht keine Verbindung zwischen der MMR-Impfung und Autismus.

Wie erklären Sie Ihren Patienten das grundsätzliche Impfprinzip einfach und verständlich?

Impfen ist das beste Training für unser Immunsystem: Schwacher Gegner aber volle Kenntnis seiner "Stärken", sprich seiner spezifischen Oberfläche zum späteren Wiedererkennen. Unser Immungedächtnis merkt sich durch das Impfen den "alten Bekannten" neuen Erreger und ist für die echte Invasion gewappnet. Die Krankheit ist besiegt, bevor sie überhaupt ausbrechen kann. Als Beispiel: Warum gibt es hierzulande keine Fälle mehr von Pocken? Das haben wir der hohen Impfquote zu verdanken!

Hier finden Sie eine leicht verständliche Grafik zum Impfprinzip als PDF. 

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Wichtige Fragen für APIs:

Welche Impfungen sollten Sie Ihren erwachsenen
Patienten aktiv empfehlen?


Fragen Sie Ihre Patienten nach dem Impfpass! Nach Durchsicht entscheiden Sie individuell, welche Impfung notwendig ist. Wichtig sind beispielsweise alle zehn Jahre die Auffrischimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Kinderlähmung. Darüber hinaus können zahlreiche Impfungen sinnvoll sein, unter anderem gegen FSME ("Zeckenbiss"), Tollwut, Hepatitis oder Typhus. Weiter kommen spezielle Reiseimpfungen wie Gelbfieber oder Japanische Enzephalitis in Betracht. Auch "verpasste" Impfungen gegen Kinderkrankheiten können als Erwachsener nachgeholt werden, z. B. die Masern- oder Windpockenimpfung.

Welche Impfungen empfiehlt die KVH, wenn der erwachsene Patient weder seinen Impfpass vorlegen noch sich an irgendeine Impfung erinnern kann?

In diesen Fällen sollten die Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie ggfls. gegen Polio und Pertussis aufgefrischt werden. Weiter ist im persönlichen Beratungsgespräch auszuloten, welche zusätzlichen Impfungen für diesen Patienten sinnvoll sind: Welche Kinderkrankheiten hat er durchgemacht? Wohnt er im Zeckengebiet? Kommt eine Impfung gegen Hepatitis in Betracht? Generell gilt: Im Zweifel ist eine Impfung doppelt oder zu viel besser als kein Schutz vor Infektionskrankheiten.

Benötigen junge Erwachsene (20-40) und Menschen mittleren Alters (40-60) andere
Impfungen als Senioren (60+)?

Grundsätzlich nicht. Die Impfungen hängen vom persönlichen Impfstatus und den Lebensumständen ab. Sprechen Sie Ihre Patienten daher direkt auf das Thema an: "Wann haben Sie Ihre letzten Auffrischimpfungen erhalten?" Bei Senioren sollten Sie insbesondere zur Grippesaison den Impfschutz empfehlen, da diese Gruppe das höchste Risiko aufweist, an den Folgen einer Influenza zu sterben.
 

Wieso sind Auffrischimpfungen beispielsweise gegen Tetanus und Diphtherie wichtig?

Diese Impfungen gewähren keine lebenslange Immunität, daher ist eine Auffrischung nach zehn Jahren empfehlenswert, um den Schutz gegen die Erkrankungen aufrecht zu erhalten (oder wieder herzustellen). Tetanus und Diphtherie sollten auf jeden Fall pro Dekade aufgefrischt werden, bei Polio und Pertussis ist dieses "Update" nicht zwingend, aber je nach Lebensumständen grundsätzlich in Betracht zu ziehen.

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Wichtige Fragen für Gynäkologen:

Welche Impfungen sollten Frauenärzte ihren jugendlichen Patientinnen aktiv empfehlen? Und welche für erwachsene Frauen?

 

Gynäkologen sollten den jungen Patientinnen zur "Krebsimpfung" gegen HPV zum Schutz vor (Vorstufen des) Gebärmutterhalskrebses raten - idealerweise noch vor der sexuell aktiven Phase. Ebenfalls empfehlenswert ist ein diesbezügliches Informationsgespräch für Patientinnen, die Töchter haben, die bislang noch nicht beim Gynäkologen vorstellig waren. Die Dringlichkeit dieser Impfung verdeutlichen die folgenden Fakten: Rund 33.000 Frauen erkranken in der EU jährlich am Cervix-Karzinom, rund die Hälfte stirbt daran (15.000). Gebärmutterhalskrebs ist in Europa nach Brustkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung bei jungen Frauen zwischen 15 und 44. Mit einer rechtzeitigen Impfung könnten theoretisch bis zu 70% aller virusinduzierten Fälle von Cervix-Karzinomen verhindert werden. Professor Harald zur Hausen, Nobelpreisträger aufgrund seiner "Krebsviren-Entdeckung", meint sogar, dass mit der Impfung virusassoziierter Gebärmutterhalskrebs "theoretisch ausrottbar" sei.

Spezielle "Frauenarzt"-Impfungen für erwachsene Frauen gibt es nicht. Jeder Gynäkologe aber sollte Patientinnen mit Kinderwunsch eine Impfung gegen Pertussis empfehlen: Der Schutz vor dieser lebensbedrohlichen Erkrankung der oberen Atemwege ist vor allem für Säuglinge wichtig, da lebensbedrohliche Atemstillstände möglich sind. Deshalb sollten sich insbesondere Frauen mit Babywunsch noch vor der Schwangerschaft, spätestens aber wenige Tage nach der Entbindung gegen Pertussis impfen lassen.

Außerdem sollten Sie bei Frauen mit Kinderwunsch deren Impfschutz gegen Röteln überprüfen. Schwangere Frauen können die Viren auf ihre ungeborenen Kinder übertragen: das kann zu schwersten Missbildungen an Augen, Ohren, Herz und Gehirn führen! Und hat sich eine schwangere Frau erst einmal mit Röteln infiziert, dann ist es fast unmöglich, eine Infektion des ungeborenen Kindes zu verhindern.

Grundsätzlich gilt: Jeder Gynäkologe kann auch als "Impfarzt" tätig sein.

Wie wirkt die HPV-Impfung? Und wie sicher ist die "erste Impfung gegen Krebs"?

Die HPV-Impfung wirkt gezielt und nahezu 100% gegen zwei Stämme humaner Papillomviren (HPV 16 & 18). Sie schützt damit hochwirksam vor (Vorstufen des) Gebärmutterhalskrebses, der durch die zwei häufigsten Formen der krebsauslösenden HPV verursacht wird: Typ 16 und 18 sind für etwa 70% der virusinduzierten Cervix-Karzinome verantwortlich. Aktuelle Daten legen nahe, dass die Impfstoffe im Sinne einer Kreuzprotektion auch vor weiteren onkogenen HP-Viren schützen.

Die beiden Impfstoffe gegen HPV werden von Impfbehörden weltweit als sicher eingestuft. Bei den bislang weltweit etwa 60 Millionen geimpften Frauen haben das Paul-Ehrlich-Institut und das US-amerikanische Center for Disease Control keine Hinweise auf schwerwiegende Nebenwirkungen gefunden.

Neben der StiKo empfehlen sowohl die DGGG, der BVF als auch der BNGO die Impfung gegen HPV 16 und 18. Und das unisono und eindringlich, denn die Impfrate stagniert bei 35 bis 40%, Tendenz sinkend.

Wecken Sie Ihre Patientinnen aus der Impfmüdigkeit!

Gibt es inzwischen verlässliche Daten über den Nutzen dieser Impfung?

Zahlreiche Studien haben die Wirksamkeit der Impfstoffe gezeigt: Die Impfung wirkt gezielt und nahezu 100% gegen die beiden Stämme 16 & 18 humaner Papillomviren, die für ca. 70% des virusbedingten Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind.

Das Impfziel, mit der Impfung tatsächlich auch Gebärmutterhalskrebs zu verhindern, wird aber erst in 15 bis 20 Jahren statistisch belegbar sein.

Soll der Freund der Tochter am besten direkt mit gegen HPV geimpft werden?

Theoretisch ja, denn auch Jungen sind Überträger dieser Viren. Und sie selbst haben durch eine HPV-Infektion ein erhöhtes Mund¬höhlen-, Anal- und Peniskrebsrisiko. Aber dieser Einsatz ist hierzulande off-label, denn beide Impfstoffe haben für den Einsatz bei Jungen keine Zulassung.

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Wichtige Fragen für Pädiater:

Welche Impfungen
sollten Sie den Eltern
für ihre Säuglinge/
Kleinkinder wann
empfehlen?

Die KVH rät uneingeschränkt zu allen Grundimmunisierungen, Zweit- und Auffrischimpfungen gemäß Empfehlung der Ständigen Impfkommission des Robert Koch-Instituts. Den Impfkalender finden Sie hier.
Außerdem sollte individuell im Gespräch mit den Eltern entscheiden werden, ob weitere Impfungen nötig sind - beispielsweise gegen FSME oder Rotaviren.

Warum sind nicht nur die Erst- sondern auch die Zweitimpfungen für Kinder und Jugendliche so wichtig?

Nur Erst- und Zweitimpfungen sorgen für den ausreichenden Schutz der Grundimmunsierung. Kinderärzte sollten daher genau darauf achten, dass Eltern mit ihren Kleinkindern rechtzeitig den/die erforderlichen Zweitimpfunsgtermine/n wahrnehmen. Im Impfkalender finden Sie eine schnelle Übersicht aller empfohlenen Erst- und Zweitimpfungen sowie der Auffrischungsimpfungen.

Können durch Impfungen möglicherweise unerwünschte Nebenwirkungen beim Kind auftreten?

Heutige Impfstoffe sind gut verträglich. Eine Impfung kann zu merkbaren, aber harmlosen Nebenwirkungen wie Rötungen, Schwellungen oder manchmal auch leichtem Fieber führen. Diese Erscheinungen verschwinden in der Regel nach spätestens zwei bis drei Tagen wieder.

Sollten alle Kinder mit allen empfohlenen Impfungen geschützt werden oder ist eine individuelle Betrachtung jedes einzelnen Kindes zu bevorzugen?

Grundsätzlich gelten die Impfempfehlungen der KVH basierend auf den Angaben der STIKO für alle Kinder. Jeder Pädiater sollte jedoch vorher im persönlichen Gespräch mit den Eltern deren Einstellung zum Impfen in Erfahrung bringen. Bei einer partiell ablehnenden Haltung der Erziehungsberechtigten lohnt sich die beispielhafte Darstellung der Sinnhaftigkeit des Impfens anhand von Pocken oder Kinderlähmung: Impfen ist der sicherste Schutz des Kindes vor gefährlichen Krankheiten, die aufgrund der hohen Impfrate teilweise als ausgerottet gelten!

Oft wird nicht das Impfprinzip an sich in Frage gestellt, sondern aufgrund eines diffusen Halbwissens geschürt von Ängsten lehnen diese Eltern nur gewisse Impfungen ab. Die Impfung gegen Tetanus aber stellt fast niemand in Frage. Daher dient diese Krankheit als "Überzeugungsbeispiel", denn alle Impfungen wirken via gleichem Prinzip.

Wichtig: In Deutschland besteht keine Impfpflicht. Wenn Eltern trotz Ihrer PRO-IMPFEN-Beratung das Impfen ablehnen, liegt die Verantwortung für diese Entscheidung bei den Eltern.

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02.09.2010
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